Zwiesel (Bayerischer Wald) : Kupferstich von Michael Wening, 1726

“Marckh Zwisel” (Zwiesel / Bayerischer Wald)

Kupferstich von Michael Wening, 1726

Exemplar der 1. Auflage
(gedruckt noch vor der Plattennummerierung oben rechts).

Aus : Beschreibung des Churfürsten- u. Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn. Rentamt Straubing.

Darstellung : 12 × 35,5 cm

Sehr schöner, kräftiger Abzug mit feinem Altersschmelz.
Ganz schwaches Braunfleckchen in der Himmelspartie rechts.
Kaum merkliche Papierfältchen, lediglich blattrückseitig deutlicher

Der Unterrand ist “original” etwas schmäler, ein Merkmal der Echtheit, kein Mangel.

Auf Wunsch senden wir Ihnen den Stich gerne (kostenlos) unter einem Schrägschnittpassepartout in Museumsqualität (Büttenstruktur/weiss-chamois).

Zu den Auflagen der Wening-Stiche :
Die altbayer. Topographie von Michael Wening erschien in 4 Bänden, in der Reihenfolge : 1701 (Rentamt München), 1721 (Rentamt Burghausen), 1723 (Rentamt Landshut), 1726 (Rentamt Straubing).
Die Bände der ersten Auflage weisen noch keine Plattennummern (oben rechts) auf. Hat man ein einzelnes Kupferstichblatt von Wening vor sich, so läßt sich aber dennoch nicht in jedem Fall bei einer fehlenden Plattennummer auf die Erstauflage schließen. Bei den kleineren Ansichten nämlich, mit mehreren Ansichten auf einem Blatt (= auf einer Platte), ist immer nur die oberste Ansicht mit einer eingestochen Plattennummer versehen. Ein Blatt m i t Plattennummer kann aus einer 2. oder evtl. 3. Auflage oder aus dem Nachdruckreservoire des Bayer. Landesvermessungsamtes stammen.
Die 2. und 3. Auflagen wurde vermutlich zw. 1750 und 1790 gedruckt. Die Abzüge der 3. Aufl. sind in der Regel sehr schlecht, da die Kupferplatten bereits abgenutzt waren. Die Abzüge der 2. Auflage sind aber durchaus sammelwürdig. Sie weisen zwar schon häufiger kleine Plattenunsauberkeiten bzw. einzelne auslassende Druckpartien auf, aber sind noch in der Barockzeit gedruckt.

Etwas völlig anderes sind die Nachdrucke, die das bayerische Landesvermessungsamt, das im Besitz der Kupferplatten ist, viel später im 19./20. Jh. veranstaltet hat. Hier handelt es sich um “Nachdrucke” im umgangsprachlichen Sinne.

95 EUR