Bayerisch Schwaben

Waltenhofen/bei Kempten : “Eisenbahnbrücke bei Waltnhofen”. - Stahlstich v. Poppel/Scheuchzer, um 1880

Waltenhofen/bei Kempten :

Eisenbahnbrücke bei Waltnhofen”

Stahlstich von Poppel/Scheuchzer, um 1880.

Darstellung : ca. 8,5 × 10 cm

Aus : Das Königreich Bayern. Seine Denkwürdigkeiten und Schönheiten […]. Hrsg. von Hermann von Schmid, verlegt und gedruckt bei G. Franz, München, 1879/1881.

Schönes Exemplar.

22 EUR





Schloß Gumppenberg/bei Pöttmes : Kupferstich von Michael Wening. 2. Auflage, um 1750

“Schloß Gumpenberg” (Schloß Gumppenberg/bei Pöttmes).

Kupferstich von Michael Wening, um 1750

Mit Plattennummer : M157
Exemplar der 2. Auflage mit Wasserzeichen

Die 1. Auflage erschien bereits 1701.

Aus : Beschreibung des Churfürsten- u. Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn. – Rentamt München

Darstellung : 25 × 34 cm
Blatt : 31 × 37,5 cm

Erhaltungsmängel : Der vertikale/originale Mittelfalz mit etwas Leimdurchschlag. Durchgehend leichter Plattenschmutz (herrührend von der unsauber gewischten Platte), ein vertikales Papierfältchen, das bereits beim Druck bzw. Trocknungsprozeß entstand.

Zu den Auflagen der Wening-Stiche :
Die altbayer. Topographie von Michael Wening erschien in 4 Bänden : In der Reihenfolge : 1701 (Rentamt München), 1721 (Rentamt Burghausen), 1723 (Rentamt Landshut), 1726 (Rentamt Straubing).

Die Bände der ersten Auflage weisen noch keine Plattennummern (oben rechts) auf.

Hat man ein einzelnes Kupferstichblatt von Wening vor sich, so läßt sich aber dennoch nicht in jedem Fall bei einer fehlenden Plattennummer auf die Erstauflage schließen. Bei den kleineren Ansichten nämlich, mit mehreren Ansichten auf einem Blatt (= auf einer Platte), ist immer nur die oberste Ansicht rechts mit einer eingestochen Plattennummer versehen.

Ein Blatt m i t Plattennummer kann aus einer 2. oder evtl. 3. Auflage oder
aus dem Nachdruckreservoir des Bayer. Landesvermessungsamtes stammen.

Die 2. und 3. Auflagen wurde vermutlich zw. 1750 und 1790 gedruckt. Die Abzüge der 3. Aufl. sind in der Regel schlecht, da die Kupferplatten bereits abgenutzt waren. Die Abzüge der 2. Auflage sind aber durchaus sammelwürdig, obwohl sie schon häufig kl. Plattenunsauberkeiten bzw. einzelne auslassende Druckpartien aufweisen

Etwas völlig anderes sind die Nachdrucke, die das bayerische Landesvermessungsamt, das im Besitz der Kupferplatten ist, viel später im 19./20. Jh. veranstaltet hat. Hier handelt es sich um “Nachdrucke” im umgangsprachlichen Sinne.

Ein einfaches Merkmal zur Unterscheidung, ob man ein Original aus der Barockzeit oder einen Nachdruck vor sich hat : Die Originale waren alle in Bücher eingebunden u. zeigen die dafür typ. Merkmale.

Ein Seitenblick auf die Merian-Stiche zeigt, dass hier die einzelnen Auflagen kaum zu unterscheiden sind. Nur das geübte Auge vermag – an Druckzustand und Papier – frühere von späteren Auflagen zu unterscheiden.

48 EUR





Lauingen : "Laugingen". - Kupferstich von Matthaeus Merian, um 1650

Lauingen : “Laugingen”.

Vogelschauplan von Südosten.

Kupferstich von Matthaeus Merian, um 1650
Aus : “Topographia Bavariae”.

Darstellung/Plattenrand : 27,9 × 32,7 cm.
Blatt : 30 × 40 cm (mit Wasserzeichen).

Erhaltungsmängel :
Am Unterrand, rechts von der Mitte, ein Rostfleck, der bereits beim Druck vor über 350 Jahren durch einen Metallsplitter im Papierbrei angelegt wurde. Wir haben den Fleck ein wenig mit einem Pastellstift übertüncht, falls der “Origialzustand” gewünscht sein sollte, genügte ein Wischer mit der Fingerkuppe. Ein paar ganz minimale Rost- resp. Stockflecken ebenfalls leicht getüncht. – Außerhalb des Plattenrandes schwache Papierbräunung, herrührend von einem vormaligen nicht im Kern säurefreien Passepartouts.
Die Blattrückseite gebräunt, bildseitig jedoch nicht durchschlagend.

Ansonsten sehr schöner, gratiger Druck. Obwohl am Oberrand etwas kanpp, in unbeschnittener/vollrandiger Erhaltung. Kräftiges, ungereinigtes Papier.

Bibliograph. Referenz :
Lucas Heinrich Wüthrich, Das druckgraph. Werk v. M. Merian d. Ae., Bd. 4, Die gr. Buchpublikationen II : Die Topographien, S. 116, Nr. 23.

35 EUR





Aichach : Kupferstich von Johann Ulrich Kraus, bei Anton Wilhelm Ertl, "Churbayerischer Atlas", 1687-1705

Aichach : “Statt Aicha In OberByern”.

Kupferstich von Johann Ulrich Kraus,
bei Anton Wilhelm Ertl : “Churbayerischer Atlas”,
zw. 1687-1705.

Darstellung : 8 × 14 cm.
Blatt : 9 × 16 cm.

Sehr schöner, klar kräftiger Abzug, mit feinem Altersschmelz, minim. Fleckchen.
Der knappe Unterrand ist ein Echtheitszeichen – kein eigentlicher Mangel.

Auf Wunsch senden wir Ihnen den Stich gerne (kostenlos) unter einem Schrägschnittpassepartout in Museumsqualitaet (Buettenstruktur/weiss-chamois)

28 EUR





"Bocksberg" (Boxberg) : Kupferstich, Merian, Topographia Sueviae, um 1650

“Bocksberg” (Badisches Frankenland)

Kupferstich, um 1650
aus: Matthaeus Merian, “Topographia Sueviae”, um 1650

Darstellung : 21 × 34 cm
Blattmaß : 31,5 × 36 cm (Papier mit schönem, großen Wasserzeichen)

Guter, kräftiger Druck,
in breit- bzw. vollrandiger Erhaltung, leichte Blattrandläsuren.

Das Blatt wurde schonend/professionell von Stockflecken gereinigt.

Eine “originale” stecknadelkopfkleine Papierdünnstelle in der Himmelspartie links. An der unteren Ecke rechts zwei kleine Bleistifthäckchen (nicht radierbar, ohne dem Blatt zu schaden). Von einem allfälligen Passepartout würden diese ohnehin verdeckt.

Rückseitig wurden die Blattränder mit sehr vielen Bleistiftnotizen versehen, die aber bildseitig nicht durchscheinen.

Auf Wunsch senden wir Ihnen den Stich gerne (kostenlos) unter einem Schrägschnittpassepartout in Museumsqualität (Bütenstruktur/weiss-chamois).

85 EUR





Kempten : Stahlstich, Johann Poppel/Wilhelm Scheuchzer, um 1880

“Kempten”

Stahlstich von Johann Poppel
nach Wilhelm Scheuchzer, um 1880.

Aus : Das Königreich Bayern.
Seine Denkwürdigkeiten und Schönheiten […].
Hrsg. von Hermann von Schmid,
verlegt und gedruckt bei G. Franz, München, 1879/1881.

Darstellung : 11,5 × 29 cm.
Blattmaß : 21 × 28 cm.

Schönes, breitrandiges Exemplar. Lediglich in der Himmelspartie rechts stecknadelkleines Fleckchen.

25 EUR





Nördlingen/Georgskirche : Lithographie von Balthasar Zeiträg, 1865

St. Georgenkirche / Nördlingen.

Altkolorierte Lithographie von Balthasar Zeiträg, 1865.

Blatt aus der Folge „Ansichten von Nördlingen und seiner Umgebung”, erschienen bei C.H. Beck, Nördlingen, 1865.

Darstellung (ohne Schrift) : 10,8 × 15 cm.
Unterlageblatt : 24 × 25,5 cm.

Die Lithographie wurde alt auf eine Unterlage montiert.

Darstellung und Unterlage stärker gebräunt und altfleckig – bei allem aber durchaus noch ansprechender Alterschmelz.

30 EUR





Edernheim/bei Nördlingen : Karthäuserkirche (Kloster Christgarten). - Lithographie, Zeiträg, 1865

Edernheim/bei Nördlingen :

“Karthäuserkirche” (Kloster Christgarten).

Altkolorierte Lithographie von Balthasar Zeiträg, 1865.

Blatt aus der Folge „Ansichten von Nördlingen und seiner Umgebung”, erschienen bei C.H. Beck, Nördlingen, 1865.

Darstellung (ohne Schrift) : 10,8 × 15,4 cm.
Unterlageblatt : 24 × 25,5 cm.

Die Lithographie wurde alt auf eine Unterlage montiert.

Die Darstellung teils gebräunt. Die Unterlage stärker altfleckig und angestaubt – bei allem aber immer noch schöner Alterschmelz.

30 EUR





"Marckh Inchenhofen" : Kupferstich von Michael Wening, um 1750

“Marckh Inchenhofen”.

Kupferstich von Michael Wening, gedruckt um 1750.

Aus : Beschreibung des Churfürsten- u. Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn. – Rentamt München.

Darstellung : 12,5 × 34,5 cm.
Blatt : 16 × 38,5 cm (Papier mit Wasserzeichen).

Exemplar der 2. Auflage.
Die 1. Auflage erfolgte bereits 1701.

Am Unterrand etwas knapp – wie bei allen Originalen.
Der Mittelfalz ist “original”, kein Mangel.

50 EUR





Irsee/bei Kaufbeuren: Stahlstich von Johann Poppel, um 1880

“Irrsee (Bei Kaufbeuern)”

Stahlstich, von Poppel nach Scheuchzer, um 1880.

Aus : Das Königreich Bayern. Seine Denkwürdigkeiten und Schönheiten […]. Hrsg. v. Hermann von Schmid, verlegt und gedruckt bei G. Franz, München, 1879/1881.

Darstellung : 11,5 × 16 cm
Blattmaß : ca. 21 × 29 cm (breitrandig)

Ganz schwache/malerische Stockfleckchen außerhalb der Darstellung. Die Ansicht tadellos.

35 EUR





Immenstadt (Allgäu) : Stahlstich Poppel/Scheuchzer, um 1880

“Immenstadt”

Stahlstich Poppel/Scheuchzer, um 1880.

Aus : Das Königreich Bayern.
Seine Denkwürdigkeiten und Schönheiten […].
Hrsg. von Hermann von Schmid,
verlegt und gedruckt bei G. Franz, München, 1879/1881.

Darstellung : 11 × 15 cm.
Blattmaß : 21 × 28 cm.

Schönes, breitrandiges Exemplar.

45 EUR





Aichach: Kupferstich von Matthaeus Merian, ca. 1650

Aichach : “Statt Aicha, in Ober Bayern”.

Kupferstich von Matthaeus Merian, ca. 1650
aus : “Topographia Bavariae”.

Darstellung : 12,8 × 33,4 cm.

Guter, kräftiger Druck.

Im Bugbereich etwas gebräunt, rechts neben dem Mittelfalz feines/altes Papierfältchen, das bereits beim Druckvorgang ca. 1650 entstanden ist. Der Mittelfalz als solcher ist original und kein Mangel, sondern ein Zeichen dafür,
daß das Blatt noch unberührt ist – nicht gewaschen und geglättet.

Der Stich befindet sich unter einem frischen Schrägschnittpassepartout in Museumsqualität (Büttenstruktur, chamois).

Referenzliteratur : Lucas Heinrich Wüthrich, Das druckgraphische Werk
v. M. Merian d. Ae., Bd. 4, Die großen Buchpublikationen II : Die Topographien, S. 113, Nr. 4.

45 EUR





Lindau / "Lindaw". - Altkolorierte Kupferradierung, um 1580

Lindau / “Lindaw”

Altkolorierte Kupferradierung, um 1580.
Aus : Braun & Hogenberg.

Darstellung/Blatt : 11 × 23 cm.

Das Blatt wurde bis an den Rand beschnitten mit auf einen Büttenkarton mit Tuschumrandung montiert, so wie um 1950-1980 das üblich war. Davor war das Blatt offensichtlich schon einmal anderweitig montiert, wie die etwas patzigen beiden Montagestellen am Oberrand zeigen.

Am linken Oberrand feine Papierfältchen, die kaum stören dürften.

Zum Kolorit : Das Blatt ist altkoloriert.
Gut erkennabar v.a. an der spezifischen Weise, wie das Grün rückseitig durchwächst.

Häufig wurden die Braun-Hogenberg-Blätter erst nachträglich im 20. Jh. koloriert.
Bildseitig, bei geschickten Nachahmungen, oft sehr schwer erkennbar. Die Rückseite ist dafür um so aussagekräftiger.

Die knappe Beschneidung rührt daher,
dass die Lindau-Ansicht zusammen mit Nürnberg, Ulm und Salzburg auf einer Platte gedruckt war und die Ansichten nur durch die feinen Randlinien voneinander optisch getrennt waren.

25 EUR





Donauwörth : "Thonauwerth". - Altkolorierter Kupferstich, Matthaeus Merian : Topographia Bavariae”, 1644. (Kolorit v. Anna Beek (1657-1717)

“Thonauwerth.”

Vogelschauansicht aus südlicher Richtung.
Gezeigt wird auch der Einfluß der Zusam und der Wörnitz in die Donau.

Altkolorierter Kupferstich, Matthaeus Merian, “Topographia Bavariae”, 1644.

Das Altkolorit v.a. erkennbar am flächigen “Durchwachsen” der Grünpartien auf die Rückseite des Blattes. In der Mitte der Darstellung ganz minimale Farbverwischung.

Darstellung : 28,7 × 33,4 cm
Blattgröße : 35 × 41 cm

Vorliegendes Exemplar wurde von Anna Beek (1657-1717) im Auftrag des holländischen Königs Wilhelm III. von Oranien koloriert. Dabei wurde der Kupfer bis an den Rand beschnitten, auf altes (größeres) Bütten montiert und eine ca. zwei Zentimeter breite Randbordüre angelegt (gelb mit rotem Randabschluß).

Referenzliteratur : Schefold 43357 – Lucas Heinrich Wüthrich, Das druckgraph. Werk v. M. Merian d. Ae., Bd. 4, Die großen Buchpublikationen II: Die Topographien, S. 121, Nr. 52

Von musealer Bedeutung





Kloster Niederschönenfeld : "Closter Nider Schönenfeldt" - Kupferstich v. Michael Wening, um 1750

Kloster Niederschönenfeld : “Closter Nider Schönenfeldt”
Kupferstich von Michael Wening, um 1750.

Aus : Beschreibung des Churfürsten- u. Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn. – Rentamt München.

Darstellung : 26 × 69,5 cm.
Von 2 Platten gedruckt.

Exemplar mit Plattennummer (M 158) oben rechts.
Das heißt, es handelt sich um ein Exemplar der 2. Auflage, gedruckt um 1750.

Die 1. Auflage erschien bereits 1701.

Druck nicht ganz gleichmäßig, aber immer noch gut. Der Mittelfalz etwas leimschattig. Oben links runder Fleck Druckerschwärze.
Die vertikalen Falten sind “original”, so wurde das übergroße Blatt in das Wening-Buch eingelegt. Freilich die äußerste linke Falte ist etw. gedoppelt, herrührend von unsorgfältiger Behandlung. – Unter Passepartout kann die Falte aber gut ausgespannt/geglättet werden.

Orte der Umgebung : Marxheim, Genderkingen, Rain, Burgheim, Oberndorf am Lech, Asbach-Bäumenheim, Daiting, Münster, Buchdorf, Rennertshofen, Holzheim, Donauwörth, Kaisheim, Tagmersheim, Oberhausen, Mertingen, Ellgau





Hinterstein - Hintersteintal (Allgäu). - Stahlstich, Poppel/Scheuchzer

“Hintersteinthal”

Stahlstich von Johann Poppel
nach Wilhelm Scheuchzer, um 1880.

Aus : Das Königreich Bayern.
Seine Denkwürdigkeiten und Schönheiten […].
Hrsg. von Hermann von Schmid,
verlegt und gedruckt bei G. Franz, München, 1879/1881.

Darstellung : 12 × 15,5 cm
Blattgröße : ca 20 × 27 cm

Schönes, breitrandiges Exemplar. Unter Schrägschnittpassepartout in Museuemsqualität.

Original steel engraving, broad margins, in very good condition, apart from a very thin stain upper right.

40 EUR





Kaufbeuren (Landsknecht als Fahnenschwinger)

Kauffbeuren”

Holzschnitt, 1545.

Landsknecht, eine Fahne mit dem Wappen von Kaufbeuren schwingend.

Darstellung (ohne Schrift) : ca. 21,5 × 14 cm.
Format des angesetzten Papiers : 29 × 19 cm.

Zuschreibung an Jacob Kallenberg, Monogramm unten rechts “IK”
(nachgewiesen tätig in Bern ca. 1535/65).
Aus : Jacob Köbel, Wapen des Heyligen Römischen Reichs Teutscher Nation […], 1545 [Exemplar(e) der 1. Auflage].

Das Blatt ist nicht – wie gelegentlich auch zu finden – gespalten, sondern beidseitig original bedruckt. (Die Rückseite zeigt einen Landsknecht mit der Fahne/Wappen von Würzburg) Die Holzschnitte wurde rundum mit altem Bütten sehr gekonnt eingefenstert.

Zu den beiden Ausgaben (1545/1579) siehe Katalog der Lipperheideschen Kostümbibliothek.
Literatur : Josef Benzing : Jacob Köbel […] Bibliographie seiner Drucke und Schriften.

“Die Landsknechte waren nicht nur für ihre Kampfkraft, sondern auch für ihr extravagantes Erscheinungsbild bekannt. Ihre äußerst bunte Bekleidung bestand aus gepufften und geschlitzten Hemden und Hosen, zu denen sie eine Bundhaube bzw. schräg darüber ein breitkrempiges mit Federn und Wollbüschen bunt geschmücktes Barett aufsetzten. An den Füßen trugen sie die nach ihrer Form benannten Kuhmaulschuhe. Typisch waren auch das vor der Brust verschnürte Lederwams und bunt gefärbte Socken. Der Ursprung der geschlitzten Mode ist unklar; so wird vermutet, dass die enge Kleidung des späten 15. Jahrhunderts im Kampf äußerst hinderlich war. Die Landsknechte schlitzten sie deshalb auf, banden sich Stofffetzen um die Ärmel und ließen die dicken Unterstoffe herauspludern … Die auffällige gepuffte und geschlitzte Kleidung der Landsknechte, die eine imponierende Wirkung erzielen sollte, wurde in adeligen Kreisen als Anmaßung betrachtet. Auf Initiative Maximilians I. billigte ihnen der 1503 tagende Reichstag zu Augsburg jedoch das Recht zu, sich nach eigenem Gutdünken zu kleiden. Die Bekleidung war absolut uneinheitlich, lediglich die Offiziere waren meist durch eine bunte Schärpe erkennbar … Die Kleidung der Landsknechte beeinflusste die zivile Mode des damaligen Europas stark und wurde sogar in Stahl nachgebildet. So entstanden gepuffte und geschlitzte Paraderüstungen, die repräsentativen Zwecken dienten. Der Brayette genannte Genitalschutz der damaligen Rüstungen war ein stählernes Abbild des Hosenlatzes der Landsknechte.” (Wikipedia, 30.12.07). – SW: Katzbalger, Renaissance-Waffen, Renaissancekleidung, Landsknechtmode, auch Jakob Kallenberg).

175 EUR