Schellneck/Altessing/Essing : Stahlstich v. Alexander Marx, 1847

“Der Kanal mit der Altmühlbrücke bei Schelleneck”

Stahlstich von Alexander Marx, 1845-1847.

Aus der Folge : Pittoreske Ansichten des Ludwig-Donau-Main-Kanals, gezeichnet, auf Stahl gestochen und herausgegeben von Alexander Marx 1845 / Kupferstecher in Nürnberg.

Erschienen in : Friedrich Schultheis : Der Ludwig-Kanal. Seine Entstehung und Bedeutung als Handels-Strasse. – Nürnberg, 1847.

Darstellung (mit Bordüre) : ca. 18 × 24 cm
Blattmaß : 21 × 29 cm

Die Darstellung selbst schön erhalten.
Die Blattränder jedoch leicht stockfleckig.

“Schellneck grenzte unmittelbar an Altessing, erst 1846 sind beide durch den Ludwigskanal getrennt worden. Altessing war immer im Zusammenhang mit Schellneck zu sehen. Hier war die Wohnstätte der Hammerarbeiter. Es ist nachgewiesen, dass im 11. Jhr. ein Hammerwerk (Hammerschmiede) in Schellneck war. Der Name wird abgeleitet von schellen, tönen, bezogen auf das Echo, das hier in den Steilhängen, der Hammerschmiede entstand, das die früheren Siedler beeindruckte. Das Erz kam aus den vielen Tausenden von etwa fünf Meter kreisrunden, eineinhalb Meter tiefen Schürfgruben, auf die man heute noch in den Wäldern beiderseits der Altmühl auf Schritt und Tritt stösst. Der arbeitsaufwendige Betrieb der Erzförderung in den Wäldern hat unwahrscheinlich vielen Menschen Arbeit und karges Brot gegeben. Die Arbeitsformen sind bis in das uns vorangegangene Jahrhundert mittelalterlich gewesen. Nach den Schellneckern kam das Adelsgeschlecht der Hilpranten, Matheis Hilprant starb 1366. Auf seien Gedenkstein, dem schönsten und verwittertsten am Altessinger Seelenhaus steht: “1366 ist gestorben der edle matheis hilprant hammermeister zu essing.” ( Wappen gehörnter Büffelkopf ) Im Jahre 1520 folgt Hammermeister Kerstorfer. Die Besitzer wechselten 1524 und 1606, 1765 stirbt Hammermeister Michael Michl, Grabplatte in der Altessinger Kirche. Dann kommen die Besitzer Möchlein im Jahre 1803. Regierungsrat Anton von Schmauss, kaufte noch ein Gut,( 1815 ) verbesserte mit vielen Kosten das Hammerwerk. Der alte Zrennherd bei dem das Erz noch in den Kesseln geschmolzen wurde, ist durch einen Holzofen der mit Quadersteinen gebaut wurde, sowie ein hoher Kamin abgelöst worden. Schmauss, schaffte neue Bauten und Gartenanlagen. Er beschäftige 1829 noch einen Waffenschmiedmeister. Als 1846 der Ludwig-Donau-Main-Kanal durch seinen Garten geführt wurde, verkaufte er verärgert Schellneck. Graf von Armausperg erwarb 1844 die Schmiede. Der Industrielle Fikentscher kaufte 1851 Schellneck mit 300 Tagwerk Grund. Im Jahre 1870 wird der Hochofen und Hammerbetrieb eingestellt. Im Jahre 1882 erwirbt der Fabrikant Weck, Schellneck und errichtet einen Schleifholzbetrieb mit Papp-Produktion, die Belegschaft bestand aus 80 Personen, Weck bewirtschaftete auch einen grossen Gutshof. Ab 1952 wechselten noch einige Besitzer die Pappenfabrik. Auch der Gutshof wurde an die Familie Pfreundschuh verpachtet von 1952-1968. Im Zuge des Kanalbaues wurde der Betrieb 1979 eingestellt und mit dem Abriss begonnen. Die letzten Einwohner verliessen im Oktober 1980 Schellneck, einige zogen weiter weg, die anderen siedelten sich am Kanal und in der Ringstrasse an. Im Jahre 1945 kam der grosse Flüchtlingsstrom. Schellneck war überbevölkert mit 130 Personen, 4-5 Familien hatten ein Küche zusammen. Anfang 1979 waren es nur noch 17 Einwohner. Wo heute das Wasser des RMD-Kanals fliesst, stand einst “SCHELLNECK”.” (zitiert nach : www.alexbeck.de/bilder/altmuehl)

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