Schloß Oberlauterbach. - Kupferstich von Michael Wening

“Schloß Lauterbach.”

Kupferstich von Michael Wening, 1723.
Aus : “Historico topographica descriptio Bavariae”, Rentamt Landshut, Gericht Rottenburg.

Darstellung : 26 × 35,5 cm.

Schöner, kräftiger Abzug. Im rechten Teil der Schriftkartusche schwacher Braunfleck. Einige kleine/unwesentliche Papierfältchen. – Insgesamt sehr ansprechendes Exemplar.

Referenz : Alois Fauser, Repertorium älterer Topographie II, 10 215.

“Schon im 13. Jahrhundert hat im bayerischen Pfeffenhausen ein Wasserschloss gestanden. Es wurde nach Zerstörungen durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg 1666 von Graf von Portia und Brugnara unter Einbeziehung älterer Grundmauern neu aufgebaut. Ein von einem Wassergraben umgebener U-förmiger Wirtschaftshof kam 1769 und 1787/88 nördlich des Schlosses hinzu, ein zweiter U-förmiger Wirtschaftshof wurde später im Norden angelegt. Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich die Anlage im Besitz der Freiherren von Cetto.
Schloss Oberlauterbach ist eine einen Arkadenhof umschließende unregelmäßige Viereckanlage. Den viergeschossigen Backsteinbau akzentuieren an den Gebäudeecken Erker, die über dem Dachgesims von achteckigen Kuppeltürmchen, von Ecklisenen und Zwiebelkuppeln überragt werden. Die glatte Putzfassade ist weitgehend schmucklos, lediglich der Eingangsbereich ist im Sockelgeschoss rustiziert, also “derb ländlich” verputzt. Die Längsseiten des Schlosses gliedern sechs, die Schmalseiten je vier Fensterachsen. Das gewalmte Dach beleben zahlreiche Dachgauben. Der malerische Innenhof wird an der Nord- und Ostseite in sämtlichen Geschossen von stichbogenartigen Arkaden umzogen. Diese Bögen ruhen auf gedrungenen toskanischen Rundsäulen. Bögen befinden sich auch an der Nordseite, doch sind sie hier flacher und nur leicht gegliedert. Alle Arkadengänge haben im Erdgeschoss Kreuzgewölbe, ebenso wie alle Innenräume im Untergeschoss. Neben dem Eingang im Nordflügel befindet sich die Hauskapelle aus der Zeit um 1740. Zahlreiche historische Bauteildetails und Ausstattungen sind aus der Erbauungszeit erhalten.Von 2001 bis 2005 beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der längst überfälligen Instandsetzung des Dachwerks, der Fundamente sowie der Fassade. Die Grundinstandsetzung erfolgte in vier Bauabschnitten. Dabei wurde das Hauptdach mit Ziegeln, die Zwiebeltürme mit Lärchenschindeln eingedeckt. Der akute Substanzverlust des Objektes konnte durch die Sanierung verhindert werden.” (Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

85 EUR