Weissenburg (Homann-Karte)

“Accurater Prospect u. Grundris der Gegend der Kayserl. Freyen Reichs Stadt Weissenburg am Nordgau […]”.

Umgebungskarte mit drei Ansichten der Stadt.

Altkolorierter Kupferstich bei Johann Baptist Homann Erben, um 1725 (noch vor dem Druckprivileg).

Darstellung : 49,5 × 57,5 cm
Blattgröße : 55 × 61,5 cm

Gutes, vollrandiges Exempar mit Wasserzeichen. Im Mittelfalz unten mit kleiner, kaum merklicher Hinterlegung.

Referenzliteratur : Chr. Sandler, Die Homannschen Erben (1724-1852) u. ihre Landkarten (1890), hier zit. nach d. Repr. d. Vlgs. Rockstuhl, Bad Langensalza, 2006, S. 35.

“Der Nürnberger Verleger und Kupferstecher Johann Baptist Homann (1664-1724) fertigte um 1725 eine Karte der Weißenburger Flur, von Dettenheim bis Ellingen und vom Flüglinger Berg bis zum Weißenburger Wald. In der typisch barocken Ausführlichkeit betitelt er den Stich mit „Accurater PROSPECT u. GRUN-DRIS der GEGEND der KAYSERL. FREYEN REICHS STADT WEISSENBURG am NORDGAU mit denen alda sich befindlichen Alterthümern ediret von L B. HOHMANN Ihm ROM. KAISERL. MAY. GEOGRAPHO und Mittglied der Königl. Preuß. Societät der Wissenschafften in Nürnberg.” Der Kupferstich geht auf eine Anregung des bekannten Weißenburger Lateinschulrektors Johann Alexander Döderlein (1675-1745) im Jahr 1724 zurück, der auch die in Latein geschriebenen geschichtlichen Texte dazu verfasst hat. Zwei Ausgaben dieses Stichs liegen vor, eine ältere, sicher schon um 1725 erschienene Version ohne und eine spätere mit dem Zusatz „Cum Privilegio Sac. Caes. Majestatis”. Schon die nachträgliche, beengte Platzierung dieses Zusatzes unter den Haupttitel und der bei diesen Ausgaben etwas blassere Druck lassen auf eine nachträgliche Veränderung der Druckplatte und damit eine spätere Ausgabe schließen. Das Blatt wurde in den 1731 von den Homannschen Erben herausgebenen Großen Atlasband aufgenommen. Bei dem Stadtgrundriss Weißenburgs beschränkt sich Homann auf die Häuserzeilen und Straßenzüge – gibt aber in einer 16 Nummern umfassenden Legende die Lage der wichtigsten Bauwerke an. Bei der Festung Wülzburg zeigt er ebenfalls nur die Grundrisse, benennt in der Legende die Bastionen „Jungfrau”, „Roßmühle”, „Cavalier”, „Kaltes Eck” und „Windmühle”. Bei den übrigen Orten verwendet er dafür einigermaßen genaue Darstellungen, am deutlichsten ist dabei Ellingen dargestellt. Im Gelände vermerkt er auch historische Bodendenkmäler wie die Teufelsmauer, den Karlsgraben oder die im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 aufgeworfenen Schanzen. Die nach Norden ausgerichtete Karte ist in ihrer geographischen Aussage schon recht genau, auch wenn er Markhof und Stadelhof abseits der Augsburger Straße in den Wald verlegt. Flurnamen gibt er nur zwei an, die „Schönau” und erstaunlicherweise die „Weissebürg” im Bereich des Römerkastells. Ergänzt wird der kolorierte Kupferstich durch einen in lateinischer Sprache verfassten Geschichtsüberblick, eine Darstellung der Götzensteine von Emetzheim sowie im unteren Bereich durch Detailansichten der St.Andreas-Kirche, der Stadt Weißenburg von Süden und des Marktplatzes mit Gotischem Rathaus. Vieles aus diesem Kupferstich finden wir bei anderen Stechern wieder, die Götzensteine bei Gabriel Bodenehr, (vgl. S. 25) die Stadtansicht deckt sich mit der von Johann Christian Leopold (vgl. S. 23) und die Darstellung des Stadtwappens übernahm der Ellinger Geometer Veit Biber in seiner bekannten Flurkarte von 1726 …” (Gernot Römhild / Reiner Kammerl : Weißenburger Ansichten. Gedruckte Ansichten der Stadt und ihrer Ortsteile […]. – W’bg. 2004, S. 21 f. (mit Abb.)”

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